Claudius (FGrHist 276) - der Prinzeps als Gelehrter

Erschienen in: Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41-54 n.Chr.). Umbruch oder Episode ? Internationales interdisziplinäres Symposion aus Anlaß des hundertjährigen Jubiläums des Archäologischen Instituts der Universität Freiburg i. Br. 16.-18. Februar 1991. Herausgegeben von Volker Michael Strocka. Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 1994. S. 133-141.

Prof. Dr. Jürgen Malitz
Katholische Universität Eichstätt
Lehrstuhl für Alte Geschichte
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Claudius ist, dem Umfang seiner Werke nach, der produktivste "wissenschaftliche" Autor unter seinen Prinzipatskollegen[1] - die Rezensenten des Altertums und der Neuzeit haben seine Publikationen freilich ganz unterschiedlich beurteilt.

Um mit den modernen Urteilen zu beginnen: insbesondere als Historiker erfährt Claudius in der neueren Literatur eine bemerkenswert positive Beurteilung. Momiglianos Kapitel über den "Intellektuellen" Claudius ist hier an erster Stelle zu nennen; mehrfach wird auch die Meinung vertreten, daß Claudius in den Jahren seiner erzwungenen Muße gerade aufgrund seiner historischen Studien einen geschulten Blick für die Vergangenheit Roms und für die Notwendigkeiten der Gegenwart gewonnen habe[2] 2. Paradebeispiel für das "Historia-Magistra-Vitae"-Motiv im Leben des Claudius ist die Senatsrede zugunsten der Gallier vom Jahre 48[3]

Dagegen fällt es schon schwerer, ein anerkennendes antikes Urteil über Claudius' gelehrte Qualifikationen zu finden. Tiberius, der ein literarisch versierter Mann war, hat offenbar bei den Überlegungen über seinen möglichen Nachfolger Claudius' Ringen um die bonae artes als Argument für den Kandidaten Claudius erwogen; daß dahinter mehr als eine bloß rhetorische Wendung stecken könnte, läßt sich vielleicht daran ablesen, daß Tiberius bei Beförderungen und Ernennungen gelegentlich solche Verdienste anerkannt hat[4]. Seneca hat aus der Verbannung heraus die antiquarische Gelehrsamkeit des Princeps gerühmt, doch will das allein wohl wenig besagen[5]. Er hat sich aber noch einmal zu diesem Thema geäußert: auch der von ihm verfaßte Senats-Nachruf Neros auf Claudius enthielt anerkennende Bemerkungen über die Studien des Verstorbenen, die - im Unterschied zu anderen Formulierungen - nicht belächelt wurden[6]. Was Seneca wirklich darüber dachte, war allerdings in der "Apocolocyntosis" nachzulesen. Seneca hielt antiquarische Studien der spezialisierten Art, wie Claudius sie liebte, für eine griechische Krankheit[7]. So richtig anerkennendes über Claudius ist eigentlich nur in zünftigen Grammatiker-Bemerkungen über die Nützlichkeit der "litterae Claudianae" zu finden[8].

Suetons Urteil über Claudius' Gelehrsamkeit ist geradezu vernichtend; diese Beurteilung ist deshalb auffällig, weil im zweiten Jahrhundert die von Claudius geschätzten antiquarischen Themen mehr und mehr auch innerhalb der Oberschicht soziale Anerkennung fanden. Schwer erklärlich ist es gerade in diesem Zusammenhang, daß Gellius kein einziges Claudius-Zitat überliefert[9].

Der Prinzeps - dem der Praefekt von Ägypten mit der dienstlich angeordneten Verlesung seiner Werke in der Bibliothek von Alexandreia schmeicheln konnte[10] - hätte sich über die modernen Urteile bestimmt gefreut. Als römischer Wissenschaftler war er von großem Ehrgeiz beseelt: der Claudier, dem nach menschlichem Ermessen jedes traditionelle Wirken in der Öffentlichkeit versagt bleiben würde, wollte wenigstens als Wissenschaftler einen seinem Stand angemessenen Ruf erlangen.

Philosophische, literarische und historische Bildung auf hohem Niveau war selbstverständlich - ein Standard für die Dynastie, der schon vom Divus Julius vorgegeben war. Dieses Niveau als allgemeine Erwartung einmal vorausgesetzt, gehörte es freilich nicht zum guten Ton, literarisches oder gelehrtes Wissen zu paradieren. Exemplarisch wird das durch Tiberius dokumentiert, der erschreckende Spezialkenntnisse abgelegener Details der griechischen Mythographie hatte - Tischgespräche über die Sirenen und die Mutter der Hekuba finden, nach Sueton, aber auf Rhodos statt, und nicht in Rom. Diese Dinge gehörten nicht vor den Senat oder ins Consilium[11].

Daß es immer als bewundernswert galt, wenn einer der "principes civitatis" neben seinen politischen oder gar militärischen Leistungen auch noch als Schriftsteller und als Wissenschaftler etwas zu bieten hatte, steht auf einem anderen Blatt: das beste Exemplum für eine solche "Universalbegabung" ist der Begründer der Dynastie, Caesar selbst. Abgesehen von seiner Bedeutung als Redner und als Verfasser der Commentarii hatte Caesar ein von der Fachwissenschaft anerkanntes Werk zu grammatischen Fragen veröffentlicht, das Werk "De analogia"[12], und überdies war er in der Lage, die astronomischen Probleme der Kalenderreform selbständig zu beurteilen und wohl auch schriftlich darzustellen[13], - alles dies natürlich in aristokratischem, weil keinerlei Anstrengung verratendem Stil.

Als perfekter "Gentleman" nach diesen Maßstäben galt Germanicus, Claudius Bruder: ein exzellenter Redner, und bestens vertraut mit der griechischen Literatur[14]. Neben diesem älteren Bruder mußte Claudius es ganz besonders schwer haben - Germanicus verkörperte alles das, was man von einem Prinzen der Dynastie erwartete: die, für moderne Ohren, gefühllosen Schimpfworte der eigenen Mutter über Claudius erklären sich nicht zuletzt durch diese peinliche Diskrepanz[15].

Augustus hat Claudius nicht, wie seinen leiblichen Enkel Agrippa Postumus, auf eine Insel verbannt, aber doch dafür gesorgt, daß er nicht die übliche prinzliche Förderung erfuhr. Claudius' geringfügige Beachtung im Testament signalisierte der Öffentlichkeit dann den endgültige Ausschluß[16], und Tiberius, der sich an Augustus' Vorgaben zu halten behauptete, konnte sich bei der schlechten Behandlung seines Neffen stets darauf berufen[17].

Claudius hatte brennenden Ehrgeiz, und dieser Ehrgeiz konnte nach alledem nicht den üblichen Weg nehmen. Sueton legt in seinen Biographien Wert auf die Prägung der Persönlichkeit des jeweiligen Herrschers in den Jahren vor seinem Herrschaftsantritt: so kontrastiert er Claudius' Ausschluß von der üblichen Laufbahn mit seinem Wunsch, dann wenigstens auf einem anderen Gebiet die ihm von Augustus und von Tiberius vorenthaltene "dignitas" zu erreichen[18]. Schon dadurch mußte er sich nachhaltig von allen seinen gleichaltrigen Standesgenossen unterscheiden: es war nicht üblich, durch Leistungen allein in den "disciplinae liberales" "dignitas" anzustreben. Anders als die übrigen intellektuell interessierten Angehörigen der Dynastie und auch des Senatorenstandes hatte Claudius zudem mehr Zeit als sonst üblich, und dies gibt allen seinen Bemühungen einen sozusagen professionellen Anstrich.

Auch Äußerlichkeiten gehören damals zum literarischen und wissenschaftlichen Geschäft, und so ist es nachvollziehbar, daß sich Claudius - wenn man die Nachrichten über seine gesundheitlichen Probleme berücksichtigt - bei seinen öffentlichen Auftritten zu blamieren in der Lage war[19]. Was zu einer gelungenen "recitatio" gehört, machen einschlägige Erwähnungen in Plinius' Briefen deutlich - legt man solche Kriterien an, so hatte Claudius - solange er nicht Prinzeps war - nicht die geringste Chance, als Wissenschaftler in der Öffentlichkeit anerkannt zu werden[20]. Es sei an Augustus' Sorge erinnert, Claudius könne sich ohne einen Aufpasser bei einem Priesterbankett lächerlich machen und zugleich die ganze Familie blamieren[21].

Der junge Claudius, dessen demütigende Existenz am Hof aus Suetons ersten Kapiteln erhellt, wuchs vermutlich nicht im Abseits des Haushaltes seiner Mutter heran, sondern als Mitglied des augusteischen "Kindergartens". Augustus - und ihrerseits auch Livia - legten Wert auf die standesgemäße Ausbildung aller Prinzen. Claudius, geb. 10 v. Chr., wuchs heran neben Gaius (geb. 20 v. Chr.), Lucius (geb. 17 v. Chr.), Germanicus (geb. 15 v. Chr.), Drusus, Tiberius' Sohn (geb. 15 v. Chr.) und dem mysteriösen Agrippa Postumus (geb. 12 v. Chr.), von den vielen fremden Prinzen am Hof einmal abgesehen[22].

Soweit überliefert, hatten die Prinzen des kaiserlichen Hauses Lehrer von Rang - man denke an Verrius Flaccus, der als Preis für gute Klassenarbeiten bibliophile Kostbarkeiten aussetzen konnte[23]. Über Claudius' Schulzeit ist allein die Nachricht erhalten, daß er einen ziemlich barschen und im Wortsinne schlagfertigen "paedagogus" zugewiesen bekam, und dies über die übliche Zeit hinaus, ein Beispiel für schwarze Pädagogik der augusteischen Zeit. Sueton erwähnt dieses Detail - als Zitat aus einer Schrift des Claudius selbst - weil es die Ausnahme von der Regel war; man kann daran ersehen, wie früh die Ausgrenzung des Knaben Claudius begonnen haben muß[24]. In einem gewissen Widerspruch dazu steht Augustus' Bemerkung über Claudius' Begleiter Sulpicius und Athenodoros - Augustus scheint hier vorauszusetzen, daß Claudius sich auch ganz andere, in diesem Falle seriösere Tischgenossen aussuchen könnte[25].

Im Alter von vielleicht 20 Jahren treffen wir Claudius im Gespräch mit Livius über den Beruf des Historikers; Quelle für diese Notiz Suetons wird Claudius' eigener Bericht sein[26]. Livius starb vielleicht im Jahre 12 n. Chr.[27]; so gehört Livius' Ermutigung für die Prinzen ungefähr in die Zeit, als Augustus seine Briefe an Livia schrieb und die Regeln für Claudius' Ausgrenzung festlegte[28]. Eines steht fest: Claudius' Stellung bei Hofe war so kümmerlich, daß Livius sich keinerlei Vorteil von irgendeiner Schmeichelei ausrechnen konnte. Es fällt im übrigen auf, daß Livius niemals im Zusammenhang mit anderen Sternen der intellektuellen Szene des Hofes erwähnt wird - nur mit Augustus, und hier zusammen mit Claudius[29].

Aus welchem Grund wohl mag Livius den mißhandelten Prinzen ermuntert haben, "Geschichte zu schreiben", in einem Alter, das Zeitgenossen sicher nicht geeignet für dieses Genre hielten, und dazu noch, wie man annehmen muß, Zeitgeschichte - Zeitgeschichte, die Livius selbst gerade zu schreiben im Begriff war ? Welche sachliche Begründung könnte Livius eigentlich gegeben haben ? Wären seine wichtigsten Bücher erhalten, nämlich die zeitgeschichtlichen, wäre es leichter, darüber zu urteilen - sie waren gewiß nicht im Ton eines Cremutius Cordus geschrieben, sondern diskret und zur Not flüchtend in die Schilderung ruhmreicher auswärtiger Abenteuer des Prinzeps[30]. In diesen spätaugusteischen Jahren wissen wir von keinem Senator, der den gefährlichen Stoff erneut zu berühren wagte[31].

Viel spricht deshalb dafür, daß Livius dem unbeschäftigten, von jeder üblichen Karriere ausgeschlossenen Prinzen einen wohlmeinenden Rat zur Weiterbeschäftigung gab. Daß Claudius keinesfalls eine historische Naturbegabung war, soll auch Suetons durchaus unfreundlich gemeinter Hinweis auf den "research assistant" Sulpicius Flavus verdeutlichen[32].

Claudius' Weg zur Geschichtsschreibung ist deshalb, im damaligen Bezugssystem, alles andere als selbstverständlich. Livius als Historiker ritterlichen Standes stellt damals nicht die Ausnahme von der Regel senatorischer Geschichtsschreibung dar. Politisch relevante Geschichtsschreibung war damals immer noch senatorisch - vor allem gilt dies natürlich für die "eigentliche" Gattung der Geschichte, die Zeitgeschichte; das wird, für die augusteische Zeit, dokumentiert durch Namen wie Asinius Pollio und Cremutius Cordus.

Vom Temperament her war Claudius, wie die Gallier-Rede nahelegt, mehr Antiquar als politisch gesonnener Historiker, und es ging ihm nicht um die Fortsetzung großer historiographischer Traditionen, sondern um die von Sueton an anderer Stelle erwähnte "dignitas"[33]: der erste Vortrag entbehrte nicht der Peinlichkeit und war, auf literarischem Gebiet, genau das, was Augustus bei anderer Gelegenheit so sehr hatte verhindern wollen[34]. Die Nachricht über die Kritik von Mutter und Großmutter ist sicher so zu verstehen, daß sich die "recitationes" bald auf familiäres Publikum zu beschränken hatten[35].

Claudius als Historiker nimmt einen Typus vorweg, den Juvenal vor Augen hat, wenn er über die schlaffen und praxisfernen Historiker seiner Zeit lästert[36]: die Tradition der senatorischen Geschichtsschreibung war das ganz und gar nicht - wobei anzumerken ist, daß Augustus mit dem vorsichtigen Livius sicher ganz zufrieden war. Es war ein Zeugnis von "civilitas", und nicht von "Liberalität", wenn der Princeps die Geduld für eine Vorlesung des Cremutius Cordus aufbrachte. Timagenes' Ausfälle gegen die bestehende Ordnung erfuhren schon eine deutlichere Reaktion[37].

Claudius gehörte selbstverständlich nicht zu den Leuten, die noch einem mittelmäßigen Werk durch eine fulminante "recitatio" ein Echo im stadtrömischen Feuilleton verschaffen konnten[38]. Läßt sich aber etwas über die inhaltliche Bedeutung seiner Arbeit sagen ? Die Themenwahl des Prinzen für sein Erstlingswerk ist jedenfalls bemerkenswert: keine umfassende römische Geschichte im Stil des Livius, kein griechisches Werk über die Etrusker oder die Karthager, wie in späteren Jahren, sondern ein Thema, das noch jedem grimmigen senatorischen Gegner des Augustus zur Ehre und zur Gefahr gereicht hätte: römische Zeitgeschichte seit den Iden des März.

Mutete sich der mißhandelte Prinz also zu, die Werke eines Asinius Pollio, eines Cremutius Cordus, selbst seines Mentors Livius zu verbessern ? Meinte er, neue Quellen erschließen zu können, sozusagen im späteren Archiv-Stil Suetons ? Es gab damals schon eine ganze Reihe von qualitätsvollen, durchaus freimütigen Darstellungen der Zeit nach Caesars Tod[39]. Das Thema "ab excessu divi Iuli" war deshalb eigentlich schon besetzt, und es bedurfte, nach dem Comment der "historia perpetua", schon sehr guter Gründe für eine Neubearbeitung, wollte man sich nicht lächerlich machen.

Claudius hat bloß zwei Bücher des in Angriff genommenen Werkes vollendet und damit allenfalls die Anfangsjahre der Triumviralzeit behandeln können. Die von Sueton wiedergegebene Begründung ist sicher ein Selbstzeugnis aus den Memoiren: Mutter und Großmutter haben ihn "zur Schnecke gemacht"- so könnte man das wohl übersetzen: "correptus est"[40]. Für Sueton ist das nur ein Vorgriff auf Claudius' spätere Anhängigkeit von den Damen seiner Umgebung - nach römischer Vorstellung war es natürlich ein Unding, daß sich Mutter und Großmutter darum kümmerten.

Ein Werk im Stil des Velleius kann es also eigentlich nicht gewesen sein. Nimmt man Sueton wörtlich, dann müßte Claudius in den Erinnerung an diese häusliche Schelte ganz "taciteische" Töne über seine Schwierigkeiten bei der Auswertung der Quellen angeschlagen haben. Man ist versucht, an Timagenes zu denken, der lieber sein Manuskript verbrannte, als daß er Konzessionen machte[41]. Augustus war ja ein sehr strenger alter Herr im Umgang mit der historischen Wahrheit.

Was genau könnte Claudius denn gemeint haben, als er davon sprach, er habe weder "freimütig" noch "wahrhaftig" schreiben können? In den ersten beiden Büchern, über die er nicht hinaus kam, war natürlich von Octavian und von Antonius die Rede; Antonius war immerhin der Großvater des Prinzen[42], und hier könnten in der Tat Worte formuliert worden sein, die auf das Mißfallen der beiden Damen stießen. Auf der anderen Seite gab es genügend senatorische Autoren, die, anders als Claudius, überdies Augenzeugen waren, die mit Ernst und Hochachtung von Antonius zu Lasten des Siegers Augustus zu schreiben in der Lage gewesen sind: die Namen von Asinius Pollio und Cremutius Cordus sind Beleg genug.

Es ging hier, selbst wenn Claudius es so mißverständlich "senatorisch" formuliert haben sollte, mit einiger Sicherheit nicht um "libertas", und nicht um die Erschließung indiskreter neuer Quellen, sondern um die Position des jugendlichen Verfassers innerhalb des kaiserlichen Hauses und um die potentielle Peinlichkeit seiner öffentlichen Auftritte.

Trotz des häuslichen Widerspruchs hielt Claudius an seinem Beruf zur Geschichtsschreibung fest: er übersprang die, wie er meinte, sensitiven Bereiche und begann "a pace civili", mit welchen Worten Suetons wohl auch der Titel des dann im Laufe der Zeit 41bändigen Werkes gemeint sein dürfte[43].

Diesem Titel nach zu urteilen war Claudius also der verwunderlichen Meinung, daß er "a pace civili" ohne vergleichbare Hemmungen schreiben könne. Die 41 Bände haben vielleicht, wie schon Bücheler vermutet hat, die 41 Jahre des Augustus von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. umfaßt - was im übrigen ein sehr banaler annalistischer Schematismus wäre[44]. Auch hier vermißt man eine urteilende Bemerkung Suetons, der doch die Existenz jener Bände noch zu seiner Zeit bezeugt - ausdrücklich zitiert hat er daraus nur ein einziges Mal, und dies in kritischer Absicht, weil er meinte, Claudius eines skurrilen Selbstwiderspruchs im Zusammenhang mit der Berechnung der Saekularspiele glaubte überführen zu können[45].

Dieses Werk dürfte Claudius in der Zeit der erzwungenen Muße bearbeitet haben, also in der Zeit wohl bis zum Tode des Tiberius[46]; 41 Bücher sind, unter antiken Bedingungen, bei durchschnittlicher Länge, für ein Werk der historischen Original-Forschung fast ein Lebenswerk, in jedem Falle eine abendfüllende, mühsame Beschäftigung, eine Aussicht, die z. B. Plinius den Jüngeren von solchen Projekten abhielt[47]. Livius hat seine 142 Bücher in dem geradezu atemberaubenden Tempo von durchschnittlich drei Büchern pro Jahr geschrieben[48]; Claudius, der viel Zeit für die Ausarbeitung seiner Reden brauchte, hat gewiß langsamer als sein Tutor gearbeitet[49].

Claudius' Autoren-Ehrgeiz ist wiederum bemerkenswert. Es spottete jeder Tradition römischer, senatorischer Historiographie, daß ein dermaßen schlecht behandeltes und von jeder Beförderung ausgenommenes Mitglied des Herrscherhauses sich zutraute, eine umfassende zeitgeschichtliche Darstellung des Augustus zu verfassen. Er konkurrierte, je länger er an der Arbeit saß, ja nicht nur mit Velleius Paterculus, sondern auch mit Senatoren von Rang: Servilius Nonianus, Clodius Licinus, vielleicht auch L. Arruntius und Aufidius Bassus, deren Senatorenstatus freilich weniger sicher ist[50].

Das Werk eines Mannes wie Claudius, der dazu nicht einmal die Konventionen der "recitationes" einhalten konnte, war zum Scheitern verurteilt. Allein der dem Princeps aus persönlichen Gründen gewogene ältere Plinius bringt einige claudische "mirabilia", wohl aus den Historiae: selbst Plinius, der aus politischen Gründen zu jedem denkbaren Claudius-Zitat bereit gewesen sein dürfte, hat wohl nicht viel Zitierfähiges gefunden[51]. Er hat das Werk namentlich nur an einer einzigen Stelle zitiert, in einem Abschnitt über Arabien - der Zusammenhang der Stelle, die Erwähnung einer einheimischen Zypressenart, dürfte der Orientfeldzug des Gaius gewesen sein[52]. Quelle des Claudius für seine Darstellung von Gaius' Expedition war ohne Zweifel ein Werk des Iuba von Mauretanien; er kann hier schwerlich mit neu erschlossenem Material aufgetrumpft haben, und den hilfreichen Iuba hat er vielleicht gar nicht als Quelle angegeben[53].

Auch ohne direkte Fragmente ist die Vermutung erlaubt, daß Claudius mit Lesefrüchten seiner antiquarischen Forschung nicht gespart hat; die literarischen Regeln der Zeit erlaubten dies, forderten es geradezu[54]: auch einige der "antiquarischen" Nachrichten bei Tacitus könnten also durchaus einer claudischen Vorlage entnommen sein[55].

Viel spricht dafür, daß die Gelehrsamkeit der Claudius-Rede vom Jahre 48 ein Maßstab ist für die "materia" dieser verlorenen Bücher; Suetons vernichtendes Urteil über die Memoiren trifft sicher auch für dieses Werk zu: "magis inepte quam ineleganter"[56]. Als ein indirekter Hinweis ist mit Sicherheit auch die Claudius-Rede in Senecas Schrift für Polybios zu werten[57]. Die eventuelle Erlesenheit antiquarischer Details wurde vermutlich nicht ergänzt durch Einsichten in die "arcana imperii" der augusteischen Zeit, wie man sie bei einem solchen Verfasser gerne erwarten würde: als Indiz könnte man z. B. die ganz verfehlte Erinnerung an Augustus' Versuche der Nachfolgeregelung bei der Adoption Neros heranziehen[58]. Peinliche Berufungen auf das Vorbild des Augustus könnten dem Werk eine zusätzliche Würze gegeben haben[59].

Das autobiobraphische Werk De vita sua wird wohl erst in späteren Jahren verfaßt worden sein[60], soweit Claudius über seine Jugend berichtet hat, wird er seine schlechte Behandlung am Hofe beklagt haben: es wäre interessant zu wissen, ob er Augustus persönlich daran Schuld gegeben hat[61]. Mit einem solchen Werk folgte er einer auch von Augustus und von Tiberius befolgten literarischen Tradition der Römer - nur war es eben nicht üblich, eine Existenz, wie sie Claudius bis 41 n. Chr. hatte führen müssen, für memoirenreif zu halten. Suetons Nachrichten über die wenigen öffentlichen Auftritte, Förderungen und Kränkungen vor Caligulas Tod dürften aus diesen acht Büchern stammen: mit kritischen Bemerkungen über Tiberius und Caligula, die auch sonst aus seinem Munde bezeugt sind, wird Claudius in diesem Werk nicht gespart haben[62].

Claudius begann auch deshalb mit Werken in lateinischer Sprache, weil sie ihm eher ein hauptstädtisches Echo versprechen konnten. Werke in griechischer Sprache folgten, die sich schon dadurch weniger an die senatorischen Standesgenossen als an die "internationale" philologische "Fachwelt" richteten. Vom Karthago-Werk ist buchstäblich nur der Titel erhalten geblieben[63]. Die Wahl des Themas ist wiederum alles andere als selbstverständlich: ein Blick in Felix Jacobys Sammlung der Geschichte einzelner Länder und Völker lehrt, daß Claudius der einzige namentlich bekannte Autor ist, der den Karthagern ein einzelnes Werk gewidmet hat[64]. Vorlagen gab es genug, nur daß eben bisher niemand auf die Idee gekommen war, diesem Volk nicht nur - vielleicht durchaus umfangreiche - Abschnitte und Exkurse zu widmen, sondern ein ganzes Werk. Der letzte römische Autor, der über die Karthager geschrieben hatte, war Lucius Arruntius, der in sallustischer Manier den Ersten Punischen Krieg geschildert hat[65].

Selbst wenn die Abgrenzung des Themas als spezielle Landesgeschichte der Originalität nicht entbehrte, gab es natürlich Vorlagen in Hülle und Fülle - angefangen mit Aristoteles' Darstellung der karthagischen Verfassung, über Silenos und Sosylos bis zu Timaios[66]. Roms Kampf gegen die Karthager lag eigentlich zu weit zurück, als daß in einem so viel später verfaßten Werk propagandistische Äußerungen zu erwarten wären[67]. Der Umfang des Werkes ist im Vergleich mit anderen Landesgeschichten keineswegs auffällig; Werke solcher Länge gab es selbst für die Isaurer[68].

Natürlich gibt es Vermutungen in der neueren Literatur, warum Claudius sich gerade dieses Thema ausgesucht hat - Momigliano meinte, daß das Interesse an Karthago gekoppelt sei an die Erinnerung an Roms große Zeit[69]; Barbara Levick sieht in Claudius einen Außenseiter, der deshalb gerne Außenseiter-Themen wählte, also - wenigstens bei diesem Werk - Eskapismus in der Beschäftigung mit fernen, überdies romfeindlichen Völkern[70]. In Ermangelung auch nur eines einzigen Fragments will ich hier keine weitere Vermutung wagen: festzuhalten bleibt aber, daß Claudius vielleicht der erste gewesen ist, der eine speziell karthagische Landesgeschichte geschrieben hat.

Berücksichtigt man, daß auch aus dem zwanzigbändigen Werk über die Etrusker kein einziges direktes Fragment und kein einziges wertendes Testimonium erhalten ist, überrascht der gelegentlich moderne Enthusiasmus über dieses verlorene Werk. Es gab damals viel Material über die Etrusker, das Claudius zu Rate ziehen konnte[71]. Die griechische Historiographie hatte sich des Themas spätestens seit Timaios und Theopomp angenommen, soweit erkennbar, mit einem besonderen völkerkundlichen Interesse am hellenistischen "Luxus"-Motiv[72]. Eine Reihe weiterer, freilich ganz schattenhafter griechischer Autoren läßt sich noch nennen, die über mehr Informationen verfügten als bloß über das detaillierte Wohlleben der etruskischen Aristokratie. Polybios z. B., der Etrurien kurz im II. Buch erwähnt, verfügte offensichtlich über genauere Informationen zur politischen Geschichte Etruriens[73]. Daß Poseidonios die Etrusker behandelt hat, versteht sich bei der Konzeption seines Werkes von selbst[74]. Sozusagen monographische Behandlungen des Themas sind nur zwei überliefert: eine Schrift unter dem Namen des Aristoteles über "Sitten und Gebräuche der Tyrrhener"[75] sowie eine Arbeit "Über die Tyrrhener" des Theophrast[76], beide ohne Bruchzahlen zitiert und deshalb wohl geringeren Umfangs.

Auch die römische Historiographie nahm sich der Etrusker an. Nach Fabius Pictor ist hier vor allem der ältere Cato zu nennen, der die Etrusker in seinen "Origines" behandelt hat[77]. Nicht nur die politische und die Kulturgeschichte der Etrusker interessierte die Römer, sondern auch die "disciplina Etrusca". Zu diesem Themenkreis gab es eine umfangreichere Literatur. Eine gewichtige römische Veröffentlichung über die Etrusker waren die - mindestens zwei - Bücher des Verrius Flaccus, die auch etruskologisch im "modernen" Sinn gewesen sind, insofern hier Informationen verarbeitet waren, die sich nicht in den bekannten annalistischen Werken fanden[78].

Soweit sich römische Autoren intensiver mit den Etruskern beschäftigten, konnten sie sogar auf wirklich etruskische Autoren zurückgreifen. Von Varro wurden "Tuscae historiae" als Quellen herangezogen[79]; Verrius Flaccus konnte einen Tarquitius Priscus zitieren[80]. Aus Ciceros Briefwechsel ist Aulus Caecina bekannt, der, als geborener Etrusker, über die disciplina Etrusca geschrieben hat[81].

Diese Nennung einiger der bekannteren Autoren über die Etrusker ist nötig, um Claudius' zwanzig Etrusker-Bücher besser einordnen zu können. In der Regel wird vorausgesetzt, daß es sich wenigstens hier - im Unterschied möglicherweise zu den anderen Werken des Prinzeps - um so etwas wie "Originalforschung" in durchaus modernem Sinne gehandelt hat. Zur Begründung wird sogar die Heirat des Claudius mit Plautia Urgulanilla herangezogen, die in der Tat mütterlicherseits von der etruskischen Aristokratie abstammte. Jacques Heurgon setzt voraus, daß diese Verwandten über unerschlossenes Material zur etruskischen Geschichte verfügt haben, das erst durch Claudius "publiziert" worden ist[82]. Die Existenz solchen Materials, das bisher von den römischen Autoren noch nicht erschlossen werden konnte, wird gerne aus Elogia etruskischer Familien aus Tarquinii erschlossen[83].

Kontrollierbar ist Claudius' Forschungsleistung natürlich nicht. Vorlagen für zwanzig Bücher - etwa livianischer Länge ? - über die Etrusker gab es genug. Dennoch war Claudius sichtlich stolz auf seine etruskischen Forschungen, insbesondere auf seine Kontrolle der römischen Vulgata durch etruskische Autoren. In seiner ausschweifenden Rede über die Gallier vom Jahre 48 zitiert er mit der ihm eigenen Gelehrsamkeit, die Seneca in der Schrift ad Polybium zu rühmen in der Lage war, eine von der römischen Version abweichende Version über die Identität des Servius Tullius, mit ausdrücklichem Verweis auf "etruskische Autoren"[84].

Wenn aber schon Varro "Tuscae historiae" zitiert, wenn schon Verius Flaccus einen etruskischen Autor wie Tarquitius Priscus benutzte, dann ist es - nach dem Maßstab seiner übrigen Werke - in hohem Maße unwahrscheinlich, daß sich Claudius zurecht neuer Quellenfunde zu einer so vielverhandelten Frage wie der des Servius Tullius hätte rühmen können[85].

Als Reformator des Alphabeths zeigt sich Claudius, wie nicht anders zu erwarten, auf der Höhe der zeitgenössischen Fachliteratur[86]. Hier wird der enorme Ehrgeiz deutlich, grundsätzliche Reformen durchzuführen, vielleicht in Erinnerung an eine ähnliche Reform des alten Appius Claudius[87]; entfernt fühlt man sich an Caesars Kalenderreform erinnert, oder an grundsätzliche Verlautbarungen des Augustus. Es sollte auch hier keinen Zweifel daran geben, daß sich Claudius, wie so oft, überschätzt hat. Tacitus, der - aufgrund seiner eigenen Interessen an den späteren Folgen - aus Claudius' Gallier-Antrag das Beste zu machen versucht hat, ordnet diese censorische Reform unzweifelhaft in den Bereich der Lächerlichkeit ein[88]. Den inhaltlichen Kern von Claudius' Rede, nämlich die Begründung für die angeblich so notwendige Reform hat Tacitus ausdrücklich ausgelassen, aus gutem Grund. Anders als etwa die caesarische Kalenderreform, die rückgängig zu machen wegen ihrer evidenten Bedeutung niemand in den Sinn kam, ist diese Reform der Rechtschreibung im Moment von Claudius' Tod erledigt gewesen: spätere wohlwollende Erwähnungen der Sache in der "Fachliteratur" sind dafür kein Ersatz[89].

***

Ich wollte der Frage nachgehen, in welchem Maße daß durchweg ungünstige antike Urteil über den gelehrten Prinzepts nachvollziehbar ist, wenn man sich an den zeitgenössischen Kriterien zu orientieren versucht, und ob sich für den Gelehrten in der modernen Beurteilung möglicherweise ganz andere Perspektiven ergeben. Die Prüfung der Überlieferung führt zu dem Ergebnis, daß beim "Wissenschaftler" Claudius ein auffälliges Mißverhältnis von eigenem Anspruch und der Wirklichkeit zu beobachten ist - ein Mißverhältnis, das beim Prinzepts - wenn man Tacitus folgt - im politischen Alltag des Herrschers noch viel ausgeprägter war[90].

Es ist gewiß problematisch, negative Urteile über verlorene Werke und kurze Fragmente zu sprechen[91] - deshalb soll zum Schluß noch einmal an das zwiespältige Urteil des alten Augustus über Claudius erinnert werden, der hinter den äußeren Eigentümlichkeiten des Prinzen doch auch angestrengte Begabung zu erkennen glaubte[92]. Vielleicht hatte Augustus hier ein besseres Urteil als bei seinen Enkeln Gaius und Lucius, und die modernen Kritiker des Claudius befinden sich im Unrecht.


Anmerkungen

  1. Vgl. O. A. W. Dilke, The Literary Output of the Roman Emperors, Greece & Rome 4, 1957, S. 78-87.
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  2. A. Momigliano, Claudius. The Emperor and his achievement, 2. Aufl. New York 1960, S. 1-9 ("The Man of Learning"); B. Levick, Antiquarian or Revolutionary: Claudius Caesar, AJPh 99, 1978, S. 79-105; dies., Claudius, London 1990, S. 17ff.
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  3. Vgl. etwa U. Schillinger-Häfele, Historia 38, 1989, S. 116f.
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  4. Tac. Ann. VI 46, 2: ... etiam de Claudio agitanti, quod is composita aetate bonarum artium cupiens erat, inminuta mens eius obstitit. Beförderungen (Tac. Ann. IV 6, 1): mandabatque honores, nobilitatem maiorum, claritudinem militiae, inlustres domi artes spectando, ut satis constaret non alios potiores fuisse. Vgl. R. Syme, History in Ovid, Oxford 1978, S. 112 über Clodius Licinus cos. suff. 4 n. Chr.
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  5. Ad Polyb. 14, 1: iam (...) omnia exempla (...) tenacissima memoria rettulit, s. auch unten Anm. 84.
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  6. Tac. Ann. 13, 3, 1: ... liberalium quoque artium commemoratio et nihil regente eo triste rei publicae ab externis accidisse pronis animis audita.
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  7. Brev. vit 13, 2: Graecorum iste morbus fuit quaerere, quem numerum Ulixes remigum habuisset, prior scripta esset Ilias an Odyssia, praeterea an eiusdem essent auctoris, alia deinceps huius notae ...
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  8. S. unten Anm. 89.
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  9. Vgl. L. A. Holford-Strevens, Aulus Gellius, London 1988.
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  10. Vgl. Suet. Claud. 42, 1 ( = FGrHist 276 T 2).
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  11. Suet. Tib. 70, 3: nam et grammaticos, quod genus hominum praecipue, ut diximus, appetebat, eius modi fere quaestionibus experiebatur: quae mater Hecubae, quod Achilli nomen inter virgines fuisset, quid Sirenes cantare solitae. Vgl. J. P. Adams, AJPh 100, 1979, S. 462f. sowie R. Syme, The Augustan Aristocracy, Oxford 1986, S. 351.
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  12. Vgl. H. Dahlmann, Caesars Schrift über die Analogie, RhMus 84, 1935, 258-275.
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  13. Vgl. J. Malitz, Die Kalenderreform Caesars, Ancient Society 18, 1987, S. 103-131.
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  14. Suet. Calig. 3, 1: omnes Germanico corporis animique virtutes, et quantas nemini cuiquam, contigisse satis constat: formam et fortidudinem egregiam, ingenium in utroque eloquentiae doctrinaeque genere praecellens ...
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  15. Suet. Claud. 3, 2: Mater Antonia portentum eum hominis dictitabat, nec absolutum a natura, sed tantum incohatum. Antonia (RE Nr. 114) genießt in der antiken Überlieferung gewöhnlich einen "milderen" Ruf.
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  16. Vgl. Suet. Claud. 4, 7 über die testamentarischen Bestimmungen.
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  17. Vgl. Suet. Claud. 5.
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  18. Suet. Claud. 3, 1: Disciplinis tamen liberalibus ab aetate prima non mediocrem operam dedit ac saepe experimenta cuiusque etiam publicavit - verum ne sic quidem quicquam dignitatis assequi aut spem de se commodiorem in posterum facere potuit. Vgl. auch A. Wallace-Hadrill, Sueton. The scholar and his Caesars, London 1983, S. 108ff.
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  19. Vgl. Sueton. Claud. 41 (Anm. 34).
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  20. Vgl. G. Funaioli, RE I A, 1 (1914) s. v. Recitationes, Sp. 435-446.
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  21. Augustus an Livia (Sueton. Claud. 4, 3): ... curare eum ludis Martialibus triclinium sacerdotum non displicet nobis, si est passurus se ab Silvani filio homine sibi affini admoneri ...
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  22. Fremde Prinzen: Suet. Aug. 48; Prinzenerzieher: vgl Suet. gramm. et rhet. p. 21 Brugnoli über Verrius Flaccus: ... ab Augusto quoque nepotibus eius praeceptor electus transiit in Palatium cum tota schola. Vgl. E. R. Parker, The Education of Heirs in the Julio-Claudian Family, AJPh 67, 1946, S. 29-50.
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  23. Vgl. Suet. gramm. et rhet. p. 21 Brugnoli über solche Belohnungen: id erat liber aliquis antiquus pulcher aut rarior.
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  24. Suet. Claud. 2, 2: diu atque etiam post tutelam receptam alieni arbitrii et sub paedagogo fuit; quem barbarum et olim superiumentarium ex industria sibi appositum, ut se quibuscumque de causis quam saevissime coerceret, ipse quodam libello conqueritur. Diese auffällige Anordnung, die ganz im Widerspruch steht zum Ton der bei Sueton erhaltenen Briefe des Augustus, fand auch Aufnahme in die historiographische Überlieferung - vgl. Dio 60, 2.
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  25. Suet. Claud. 4, 5 (Augustus' Brief an Livia): Tiberium adulescentem ego vero, dum tu aberis, cotidie invitabo ad cenam, ne solus cenet cum suo Sulpicio et Athenodoro. Augustus' Ton schließt eigentlich aus, daß es sich hier um den von ihm sonst sehr geschätzten Athenodoros von Tarsos (RE Nr. 19) handelt; "Sulpicius" könnte mit Claudius' historiographischem Helfer (Anm. 32) identisch sein.
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  26. Suet. Claud. 41, 1: Historiam in adulescentia hortante T. Livio, Sulpicio Flavo etiam adiuvante, scribere adgressus est.
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  27. Vgl. R. Syme, HSPH 54, 1959, S. 41 (= Roman Papers I, 415).
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  28. Vgl. Suet. Claud. 4, 7 und 4, 3 (Anm. 21).
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  29. Vgl. R. Syme (wie Anm. 11), S. 356.
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  30. Vgl. R. Syme, HSPH 54, 1959, S. 69 (= Roman Papers I, 445).
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  31. Asinius Pollio und Cremutius Cordus schreiben zu Beginn von Augustus' Herrschaft, alle anderen, soweit sie bekannt sind (vgl. Anm. 50), nach Augustus' Tod. Die ganze Problematik der Zeitgeschichte faßte Titus Labienus in der Bemerkung zusammen: Optima civilis belli defensio oblivio est (ap. Sen. Contr. X, 3, 5 p. 486 Kiessling). Rücksichten dieser Art gelten noch in trajanischer Zeit (Plinius, ep. V 8, 12): Tu tamen iam nunc cogita quae potissimum tempora adgrediar. Vetera et scripta aliis ? Parata inquisitio, sed onerosa collatio. Intacta et nova ? Graves offensae levis gratia.
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  32. S. oben Anm. 26: ... Sulpicio vero Flavo etiam adiuvante ...; der berühmte L. Ateius Philologus half erst Sallust, und nach dessen Tod Asinius Pollio bei der Arbeit (Suet. gramm. et rhet. p. 15 Brugnoli).
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  33. S. oben Anm. 18 (Suet. Claud. 3, 1).
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  34. Suet. Claud. 41, 1: et cum primum frequenti auditorio commisisset, aegre perlegit refrigeratus saepe a semet ipso. nam cum initio recitationis defractis compluribus subsellis obesitate cuiusdam risus exortus esset, ne sedato quidem tumultu temperare potuit, quin ex intervallo subinde facti reminisceretur cachinnosque revocaret. Vgl. Plin. ep. VI 15 über einen ähnlichen Vorfall.
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  35. S. unten Anm. 40 (Suet. Claud. 41, 2).
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  36. Vgl. Iuv. VII 105 über Historiker: genus ignavum, quod lecto gaudet et umbra.
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  37. Cremutius Coruds (Suet. Tib. 61, 3): obiectum et historico, qoud Brutum Cassiumque ultimos Romanorum dixisset; animadversum statim in auctores scriptaque abolita, quamvis probarentur ante aliquot annos etiam Augusto audiente recitata. Timagenes (Sen. de ira III 23, 4 = FGrHist 88 T 3): Timagenes historiarum scriptor quaedam in ipsum (sc. Augustum), quaedam in uxorem eius et in totam domun dixerat nec perdiderat dicta; magis enim circumfertur et in ore hominum est temeraria urbanitas. saepe illum Caesar monuit, moderatius lingua uteretur; perseveranti domo sua interdixit.
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  38. Vgl. Hor. ep. I 19, 39ff.
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  39. Vgl. Pelling, JHS 99, 1979, S. 88.
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  40. Suet. Claud. 41, 2: initium autem sumpsit historiae post caedem Caesaris dictatoris, sed et transiit ad inferiora tempora coepitque a pace civili, cum sentiret neque libere neque vere sibi de superioribus tradendi potestatem relictam, correptus saepe et a matre e avia.
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  41. Vgl. FGrHist 88 T 2 = Sen. Contr. X 5, 21-22.
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  42. Vgl. Suet. Claud. 11, 3.
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  43. S. oben Anm. 40 (Suet. Claud. 41,2 = FGrHist 276 T 2).
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  44. Vgl. F. Bücheler, Divi Claudi Apocoloycntosis (1864), Kleine Schriften I (1915), S. 455.
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  45. Suet. Claud. 21, 1 (= FGrHist 276 F 2): fecit et saeculares, quasi anticipatos ab Augusto nec legitimo tempori reservatos, quamvis ipse in historiis suis prodat, intermisso eos Augustum multo post diligentissime annorum ratione subducta in ordinem redegisse.
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  46. B. Levick (wie Anm. 2), S. 25, meint, Claudius habe noch als Prinzeps an diesem Werk gearbeitet.
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  47. Vgl. Plin. ep. V 8, 12: "onerosa collatio" (oben Anm. 31).
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  48. Vgl. R. Syme, HSPh 54, 1959, S. 41 (= Roman Papers I, 415).
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  49. Tac. Ann. XIII 3, 2: nec in Claudio, quotiens meditata dissereret, elegantiam requireres.
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  50. Vgl. Fr. Klingner, Tacitus und die Geschichtsschreiber des 1. Jahrhunderts n. Chr., Museum Helveticum 15, 1958, 194-206; J. Wilkes, Julio-Claudian Historians, Classical World 65, 1972, S. 177-192 & 197-203.
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  51. Vgl. Kl. Sallmann, Der Traum des Historikers: zu den "Bella Germaniae" des Plinius und zur julisch-claudischen Geschichtsschreibung, ANRW II 32, 1 (1977), S. 578-601; B. Levick (wie Anm. 2), S. 192.
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  52. Plin. Nat. Hist. XII 78 (= FGrHist 276 F 1): ... petunt (sc. mortales) igitur in Elymaeos arborem "Bratum" cupresso fusae similem, exalbidis ramis, iucundi odoris accensam et cum miraculo Historiis Claudii Caesaris praedicatam: folia eius inspergere potionibus Parthos tradit, odorem esse proximum cedro, fumumque eius contra ligna alia remedio.
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  53. Vgl. Jacobys Kommentar zu FGrHist 276 F 1 (S. 360).
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  54. Vgl. Tac. Ann. IV 33, 3.
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  55. Vgl. R. Syme, Tacitus II, Oxford 1958, S. 708ff; Vorbehalte bei G. B. Townend, Claudius and the digressions in Tacitus, RhMus 105, 1962, 358-368.
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  56. S. unten Anm. 60.
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  57. Vgl. dazu H. Dahlmann, Hermes 71, 1936, S. 374.
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  58. Vgl. Tac. Ann. 12, 25; M. Griffin, Claudius in Tacitus, CQ 40, 1990, S. 482-501, hier S. 488f.
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  59. Tac. Ann. 12, 11, 1: ... incipit orationem Caesar de fastigio Romano Parthorumque obsequiis, seque divo Augusto adaequabat, petitum ab eo regem referens, omissa Tiberii memoria, quamquam is quoque miserat.
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  60. Suet. Claud. 41, 3: composuit et de vita sua octo volumina, magis inepte quam ineleganter. Zur "elegantia" vgl. H. Last & R. M. Ogilvie, Latomus 17, 1958, S. 486f.
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  61. Vgl. Die Erinnerung an den seltsamen "paedagogus": ex industria sibi appositus (Anm. 24).
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  62. Vgl. etwa die Auslassung des Tiberius in der Anm. 59 zitierten Rede und ILS 206 (= Smallwood Nr. 368): apsentia pertinax patrui mei.
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  63. Suet. Claud. 42, 2: Carchedoniacon octo.
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  64. Vgl. FGrHist 744.
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  65. Vgl. Sen. ep. 114, 37.
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  66. Vgl. Aristoteles (FGrHist 744 F 4), Silenos FGrHist 175, Sosylos FGrHist 176, Timaios FGrHist 566.
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  67. Könnte ihn vielleicht sein Ahnenstolz dazu bewogen haben, die Rolle der gens Claudia in dieser Epoche neu zu bewerten ?
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  68. Vgl. FGrHist 750 (Kapiton der Lykier).
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  69. Vgl. Momigliano (wie Anm. 2), S. 9.
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  70. Vgl. Levick (wie Anm. 2), S. 25f.
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  71. Vgl. W. V. Harris, Rome in Etruria and Umbria, Oxford 1971, S. 4ff.
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  72. Vgl. A. J. Pfiffig, Gymnasium 71, 1964, S. 17-36.
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  73. Vgl. Polybios II 17, 2.
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  74. Vgl. Poseidonios FGHist 87 F 1 & 119; J. Malitz, Die Historien des Poseidonios, München 1983, S. 85ff.
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  75. Vgl. Aristoteles Frg. 607 Rose.
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  76. Vgl. Harris (wie Anm. 71), S. 15.
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  77. Zu Catos Werk vgl. W. Kierdorf, Chiron 10, 1980, S. 205-224.
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  78. Vgl. Verrius Flaccus über den Namen von Caere (Schol. Veron. Verg. Aen. X 183 p. 444 Hagen): Flaccus primo Etruscarum: Agylla, inquit, ab Etruscis (conditoribus scili)cet nominata est Cisra, quod esset Tiberis Etruscis primus agris subiectus.
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  79. Varro ap. Cens. De die nat. 17, 6: quare in Tuscis historiis, quae octavo eorum saeculo scriptae sunt, ut Varro testatur, et quot numero saecula ei genti data sint et transactorum singula quanta fuerint quibusve ostentis eorum exitus designati sint continetur.
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  80. Vgl. Macr. Sat. 3, 7, 2 über Tarquitius Priscus RE Nr. 7; J. Heurgon, Latomus 12, 1953, S. 402-415.
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  81. Aulus Caecina RE Nr. 7; vgl. E. Rawson, JRS 68, 1978, S. 137f.
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  82. Vgl. J. Heurgon, La vocation étruscologique de l'empereur Claude, CRAI 1953, S. 92-97.
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  83. Vgl. T.J. Cornell, Principes of Tarquinia (Rez. Torelli, Elogia Tarquiniensia), JRS 68, 1978, S. 167-173; ders., Etruscan Historiography, ASNP 6, 1976, S. 411-423.
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  84. ILS 212 (= Smallwood, Nr. 369): Huic quoque et filio nepotive eius - nam et hoc inter auctores discrepat - insertus Servius Tullius, si nostros sequimur, captiva natus Ocresia, si Tuscos, Caeli quondam Vivennae sodalis fidelissimus omnisque eius comes, postquam varia fortuna exactus cum omnibus reliquis Caeliani exercitus Etruria excessit, montem Caelium occupavit et a duce suo Caelio ita appellitatus, mutatoque nomine - nam Tusce Mastarna ei nomen erat - ita appellatus est ut dixi, et regnum summa cum rei p. utilitate optinuit. S. auch D. Briquel, Que savons-nous des "Tyrrhenika" de l'empereur Claude, RFIC 116, 1988, S. 448-470.
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  85. Vgl. R. Thomsen, Servius Tullius. A Historical Synthesis, Copenhagen 1980.
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  86. Vgl. R. Papke, Des Kaisers neue Buchstaben, WJA 12, 1986, S. 183-196.
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  87. Vgl. Pomp. Dig. 1, 2, 2, 36; Th. Mommsen, Römische Geschichte I, 196.
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  88. Vgl. Tac. Ann. 13, 1: Claudius matrimonii sui ignarus et munia censoria usurpans.
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  89. Quint. I 7, 26: ... nunc "u" gemina scribuntur ea ratione quam reddidi; neutro sane modo vox quam sentimus efficitur, nec inutiliter Claudius Aeolicam illam ad hos usus litteram adiecerat; Priscianus (GL 2, 156, 5): pro quo (sc. "V") Caesar hanc figuram scribi voluit, quod quamvis illi recte visum est, tamen consuetudo antiqua superavit.
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  90. Vgl. D. W. T. C. Vessey, Thoughts on Tacitus' Portrayal of Claudius, AJPh 92, 1971, S. 385-409.
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  91. Vgl. L. Pearson, Lost Greek Historians judged by their fragments, Greece & Rome 12, 1943, S. 43-56.
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  92. Vgl. Sueton, Claud. 4, 2.
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Prof. Dr. Jürgen Malitz, 10. Oktober 1997