Tutorium Quercopolitanum - Andreas Hartmann

3.2 Veranstaltungen in Alter Geschichte

Grundsätzlich werden vom LAG drei verschiedene Veranstaltungsformen angeboten:
Grundzüge: Da einerseits die Alte Geschichte an den weiterführenden Schulen immer stiefmütterlicher behandelt wird, andererseits jedoch die Anforderungen in den Abschlussprüfungen nicht geringer werden, ist es notwendig, die Kluft zwischen Schule und Universität möglichst schnell zu überbrücken. Im ersten Studiensemester vermittelt daher eine einführende Veranstaltung einen Überblick über zentrale Inhalte des Faches. Dies ersetzt freilich nicht die selbständige und kontinuierliche Lektüre geeigneter Gesamtdarstellungen zur Alten Geschichte.
Vorlesungen: Vorlesungen dienen der Vermittlung von Überblickswissen über größere Zeitabschnitte oder Problembereiche der Alten Geschichte. Sie gehen auf eine Zeit zurück, in der Bücher teuer und schwer verfügbar waren. Dennoch ist diese Lehrform auch heute keineswegs überholt, ermöglicht doch der Vortrag eine mediale Verstärkung der Wissensvermittlung und das Eingehen auf Zwischenfragen.
Seminare: Seminare widmen sich enger eingegrenzten Themenstellungen, um an ihnen die methodischen Fähigkeiten der Studenten zu entwickeln. Oftmals spiegeln die angebotenen Veranstaltungen auch die aktuellen Forschungsprojekte der Dozenten, so dass hier ein sehr unmittelbarer Zugang zur wissenschaftlichen Arbeit möglich ist. Das im Grundstudium zu besuchende Proseminar zielt darauf ab, zunächst im Rahmen eines Tutoriums die methodischen Grundlagen des Faches zu vermitteln, um dann am konkreten Beispiel den Umgang mit diesen zu üben. Im Hauptseminar soll idealerweise bereits eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten praktiziert werden. Seminare erfordern stets gründliche Vor- und Nachbereitung, sowie meist die Präsentation eines Referates, zum Scheinerwerb auch die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit.
Lektürekurse/Übungen: Der Name erklärt sich eigentlich selbst. Übungen sind die zweckfreieste – und gerade deshalb oft ergiebigste Form – universitärer Lehre. Im Idealfall ergibt sich aus der gemeinsamen Quellenlektüre ein kritisches Gespräch zwischen allen Teilnehmern. Auch dies erfordert intensive Vorbereitung, doch lassen sich nur so feste „Inseln des Wissens“ schaffen, die Ihnen später im Examen von Nutzen sein können.
Die Einführung der neuen gestuften und modularisierten Studiengänge führt vielfach zu einer Abschleifung der Unterschiede zwischen den skizzierten Veranstaltungstypen: Bisweilen wird das Hauptseminar zur ersten in einem Teilfach besuchten Seminarveranstaltung, in Übungen sind Prüfungsleistungen zu erbringen, Grundzüge nehmen aufgrund hoher Teilnehmerzahlen Vorlesungscharakter an.
Die Alte Geschichte ist eingebettet in den Verbund der altertumswissenschaftlichen Schwesterdisziplinen Klassische Archäologie und Klassische Philologie. Die jeweiligen Lehrstühle und Professuren bieten viele auch für den Historiker interessante Veranstaltungen an.