Tutorium Quercopolitanum - Andreas Hartmann

7.3.1 Unsystematisches Bibliographieren

Das klassische Schneeballsystem. Sobald Sie einen Lexikonartikel, einen Aufsatz, ein Buch usw. zu Ihrem Thema gefunden haben, werden Sie dort – wenn es sich um ein wissenschaftliches Werk handelt – in irgendeiner Form Literatur- und Quellenhinweise finden. Wenn Sie diesen nachgehen, stoßen Sie wiederum auf weitere Angaben und immer so fort. Das unsystematische Bibliographieren hat oft einen schlechten Ruf, der insofern berechtigt ist, als Sie sich ja von der Literaturauswahl und der Gewissenhaftigkeit Ihrer Vorarbeiter abhängig machen. Dennoch ist das unsystematische Bibliographieren gerade für die ältere Forschungsliteratur oft die eigentlich systematische Methode der Recherche. Sie können nämlich grosso modo davon ausgehen, dass in der wissenschaftlichen Literatur in erster Linie diejenigen älteren Arbeiten zitiert werden, die auch heute noch von Bedeutung sind bzw. die die Forschung entscheidend beeinflusst haben. Es wird Ihnen auch selbst unmittelbar auffallen, dass bestimmte Werke immer wieder in den Fußnoten auftauchen, also offenbar von zentraler Wichtigkeit sind. Das unsystematische Bibliographieren führt Sie also relativ zielgerichtet zu wichtiger Literatur. Der größte Nachteil dieser Recherchemethode ist, dass sie natürlich nur Literatur erschließt, die älter ist als der ursprüngliche Text. Gerade die neuesten Arbeiten werden Sie also so nicht finden.