Tutorium Quercopolitanum - Andreas Hartmann

11.4.4 Datenbanken:

Der größte Teil der epigraphischen Hinterlassenschaft der Antike liegt mittlerweile – was den Textbestand angeht – in digitaler Form vor, meist jedoch nur in der Originalsprache:
  1. PHI #7 (CD-ROM).
    Enthält eine große Zahl griechischer Inschriften aus klassischer Zeit, daneben auch viele christliche Inschriften aus der Spätantike. Diese und neuere Texte sind seit geraumer Zeit unter http://epigraphy.packhum.org auch direkt und kostenfrei im Internet zugänglich.
  2. Electronic Archive of Greek and Latin Epigraphy (EAGLE): http://www.eagle-eagle.it.
    Als umfassende Datenbank lateinischer und griechischer Inschriften geplant. Von einem zentralen Portal aus soll über eine Metasuche Zugriff auf möglichst viele der vorhandenen epigraphischen Datenbanken geboten werden. Noch in der Entwicklungsphase, aber bereits benutzbar.
  3. Epigraphische Datenbank Heidelberg (EDH): http://www.epigraphische-datenbank-heidelberg.de.
    Gewissermaßen der Mercedes unter den epigraphischen Datenbanken. Bietet nicht nur publizierte Texte, sondern auch Neulesungen und teilweise sogar exzellente Bilder. Zudem werden alle epigraphisch relevanten Daten, wie z. B. Maße, Schrifthöhe usw., erfasst. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Projekten handelt es sich hier also eigentlich nicht nur um eine Datenbank, sondern um eine eigenständige Publikation. Darüber hinaus werden die aufgenommenen Texte thematisch und prosopographisch weiter erschlossen. Aus Eichstätt werden griechische Inschriften der römischen Kaiserzeit zugeliefert.
  4. Epigraphic Database Roma (EDR): http://www.edr-edr.it.
    Ableger des EAGLE-Projektes, der vor allem für die Bearbeitung der nichtchristlichen Inschriften (für die christlichen Inschriften s. EDB) aus Rom selbst zuständig ist. Das entsprechende Textmaterial der EDH wurde zur weiteren Pflege abgegeben.
  5. Epigraphic Database Bari (EDB): http://www.edb.uniba.it.
    Ableger des EAGLE-Projektes, der für den Bereich der christlichen Epigraphik zuständig ist. Momentan sind bereits knapp 240 000 Inschriften aus verschiedenen ICVR-Bänden verfügbar.
  6. Epigraphische Datenbank Clauss/Slaby (EDCS): http://www.manfredclauss.de.
    Die momentan umfänglichste Datenbank mit lateinischen Inschriften. Damit ist der besondere Vorzug dieses Projektes schon benannt. In Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der KU wurde die Suchmaske vor einiger Zeit wesentlich verbessert. Auch werden mittlerweile Links zu Paralleleinträgen in anderen Datenbanken und Bildmaterial gegeben. Die über die Texterfassung hinaus geleistete Erschließung kann sich aber nicht mit dem von der EDH Gebotenen messen.
  7. Eichstätter Konkordanzprogramm zur griechischen und lateinischen Epigraphik
    (ConcEyst): http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/GGF/fachgebiete/Geschichte/Alte%20Geschichte/Projekte/conceyst.
    Das Programm ist über den CD-ROM-Server bzw. das DBIS zu benutzen, steht aber neuerdings auch zum freien Download zur Verfügung. Die Datenbestände umfassen u. a. mehrere CIL-Bände, die gesamten ILS und große Teile der SIG3. Besonders hilfreich sind die Möglichkeiten, auf einen rückläufigen Index zuzugreifen, sowie die Ausgabe der Suchergebnisse im Konkordanzformat.
  8. Epigraphische Datenbank zum antiken Kleinasien: http://www.epigraphik.uni-hamburg.de.
    Erschließt momentan vor allem Texte aus Galatien.
  9. Hispania Epigraphica Online (HEpOl): http://www.eda-bea.es.
    Erschließt die Editionen der gleichnamigen Zeitschrift digital.
  10. Ubi erat lupa: http://www.ubi-erat-lupa.org/platform.shtml.
    Beherbergt eine Reihe von epigraphischen Datenbanken. Besonders interessant ist eine Datenbank römischer Steindenkmäler, die besonderen Wert auf die gleichrangige Dokumentation von Bildschmuck und Text legt.
  11. Poinikastas – Epigraphic sources for early Greek writing: http://poinikastas.csad.ox.ac.uk.
    Erschließt die archaischen Inschriften Griechenlands, vor allem auch unter schriftgeschichtlichen Aspekten. Referenzpunkt ist dabei Lilian H. Jefferys Standardwerk: The local scripts of archaic Greece. A study of the origin of the Greek alphabet and its development from the eighth to the fifth centuries B. C. (= Oxford monographs on classical archaeology), Oxford 1961. Zu jeder Inschrift werden Hinweise auf weitere Editionen gegeben, sowie ein Digitalisat der handschriftlichen Notizen Jefferys gegeben.
  12. The Inscriptions of Roman Tripolitania (IRT): http://rubens.anu.edu.au/htdocs/bycountry/libya.
    Elektronische Version der gedruckten Publikation von 1952. Interessant v. a. wegen der eingescannten Abbildungen.
  13. The Roman Inscriptions of Britain I (RIB I): http://www.romanbritain.freeserve.co.uk/INSCRIPTIONS.HTM.
  14. Testimonia Epigraphica Norica (T.E.NOR): http://www.kfunigraz.ac.at/agawww/Instrumenta/oberoesterreich.
    Datenbank, die in recht kryptischem Format Zugriff auf römische Kleininschriften (instrumentum domesticum) aus Oberösterreich bietet.
  15. Telamon. Online library of the ancient Greek inscriptions from Bulgaria: http://telamon.proclassics.org.
    Das Projekt konzentriert sich momentan auf die Inschriften von Philippopolis und Augusta Traiana.
  16. Vindolanda Tablets Online/Tabulae Vindolandenses: http://vindolanda.csad.ox.ac.uk.
    In dem römischen Fort Vindolanda, im Hinterland des Hadrianswalles gelegen, wurde der bislang größte Fund von beschrifteten Holztafeln gemacht. Das komplette Corpus inklusive der Übersetzungen, hochauflösenden Bilder, Kommentare und Einleitungstexte der Editoren steht im Internet zur Verfügung. Die Aufbereitung des Materials auf der Website ist exzellent (s. etwa die Ausführungen zum römischen Namenwesen, zur Struktur der Auxiliareinheiten, militärischen Dienstgraden usw. in der Rubrik „Reference“). An example how such things ought to be done!!
  17. Aphrodisias in Late Antiquity: http://insaph.kcl.ac.uk/ala2004.
    Erweiterte elektronische Version von Roueché, Charlotte: Aphrodisias in Late Antiquity: the Late Roman and Byzantine inscriptions, London 1989.
  18. Bilddatenbank attischer Inschriften: http://epigraphy.osu.edu/resources/attic.
  19. Inscriptions from the land of Israel: http://www.stg.brown.edu/projects/Inscriptions.
  20. Greek manumission inscriptions: http://www3.iath.virginia.edu/meyer.