Tutorium Quercopolitanum - Andreas Hartmann

15.3.1 Referat

Sprechen Sie nach Möglichkeit frei, auch wenn Sie einen vollständigen Text ausformuliert haben. Dies ermöglicht Ihnen,
  1. Blickkontakt mit Ihrem Publikum (nicht nur dem Dozenten! – das wirkt ganz unsicher) zu halten.
  2. auf Konzentrationsabfälle im Publikum durch Anpassung der Sprechweise und Raffen der Argumentation flexibel zu reagieren.
  3. ihre Gedankengänge in einer dem Denkvermögen eines durchschnittlichen homo sapiens angepassten Geschwindigkeit zu präsentieren. Bedenken Sie stets, dass die von Ihnen präsentierten Sachverhalte für Sie selbst zwar mittlerweile vertraut, für Ihre Zuhörer aber noch fremd sind!
Entwerfen Sie in jedem Fall eine Gliederung, auch wenn Sie aufgrund von Stichpunkten völlig frei sprechen. Das zwingt Sie, Ihr Thema gedanklich zu durchdringen und eine stringente Argumentation zu entwickeln. Nichts ist schlimmer als ein Vortrag ohne Klimax, auf die die Argumentation hinzielt (Prinzip „umgestürzter Zettelkasten“ bzw. literarischer: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.“).
Die Kunst eines guten Referenten besteht nicht in der Präsentation des vollständigen Materials, sondern in der aufgrund vollständiger Kenntnis des Materials getroffenen Auswahl der zentralen Quellen und Sekundärliteratur.
Visualisieren Sie Ihre Argumente durch Schaubilder, illustrieren Sie Ihren Vortrag durch Sachquellen (auf Folien oder Dias), um Abwechslung und Anschaulichkeit zu erreichen.
Stellen Sie ein Thesenpapier mit Gliederung, wichtigen Quellenzitaten und Literaturhinweisen zur Verfügung, das erleichtert es Ihren Zuhörern, dem Referat zu folgen.
Fassen Sie Fragen oder Widerspruch nie als persönlichen Angriff auf! Wissenschaft ist Diskussion, und die Diskussion dient der Präzisierung der Argumentation. Nachdem Sie sich mühevoll in ein Thema eingearbeitet haben – was gibt es schöneres, als sich mit anderen darüber auszutauschen?