Tutorium Quercopolitanum - Andreas Hartmann

16.6 Literaturverwaltung

Gerade für die Organisation großer Mengen an standardisierter Informationen bieten EDV-Systeme eigentlich hervorragende Möglichkeiten. Die Verwaltung von Literaturangaben und Exzerpten ist hierfür ein Musterbeispiel. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Eingabemasken des Computers zu Genauigkeit und Vollständigkeit der Titelaufnahme erziehen. Freilich ist die Entwicklung einer eigenen Datenbanklösung ziemlich aufwendig, und die in Word 2007 bzw. OpenOffice integrierten Literaturverwaltungen bieten nur sehr rudimentäre Möglichkeiten. Glücklicherweise stehen im Internet jedoch einige vorgefertigte Lösungen bereit; die Auswahl beschränkt sich auf preislich moderate Software:
  • Literat: Der kostenlose Klassiker. Bietet hervorragende Möglichkeiten zur Literatur- und Exzerptverwaltung. Leider schon etwas betagt und daher nicht Unicode-fähig. Auch der Download von Titeldaten aus OPACs und die direkte Einfügung von Zitaten in eine Textverarbeitung sind nicht möglich.
    http://www.literat.net
  • Citavi: Ausgefeiltes Werkzeug zur Literaturverwaltung, Aufgabenplanung und Wissensorganisation im Rahmen eines geisteswissenschaftlichen Forschungsprojektes. Zahlreiche Hilfetexte leiten zu korrekter Benutzung des Programms und strukturierten Arbeitsabläufen an. Das Programm ist Unicode-fähig und erlaubt den Download von Titeldaten aus diversen Bibliotheks- und Verbundkatalogen. Momentan fraglos erste Wahl. Die kostenlose Basisversion Citavi Free ermöglicht die Erstellung von Datenbanken mit bis zu 100 Einträgen, ist also bis ins Hauptstudium hinein in der Regel ausreichend. Eine Campus-Lizenz ermöglicht allen Angestellten und regulär an der KU immatrikulierten Studenten auch die Benutzung von Citavi Pro: Sie müssen lediglich unter http://www.citavi.com/ku-eichstaett einen persönlichen Lizenzschlüssel anfordern.
    http://www.citavi.de
  • Zotero: Add-on für Firefox-basierte Browser, das der Idee nach die direkte Übernahme bibliographischer Daten von Webseiten ermöglicht. Die Verlagerung der Literaturverwaltung in den Browser trägt der zunehmenden Konvergenz von Web und Desktop angemessen Rechnung. Zunehmend werden auch deutschsprachige Angebote und OPAC-Systeme unterstützt. Hilfsprogramme zur automatischen Zitation in Microsoft Word und OpenOffice Writer stehen ebenfalls zur Verfügung.
    http://www.zotero.org
  • Lit-link: An den Universitäten Zürich und Basel von Historikern für Historiker entwickeltes Programm auf Filemaker-Basis. Da allerdings die entsprechenden Runtime-Dateien zur Verfügung gestellt werden, ist eine lokale Installation dieses Datenbanksystems nicht notwendig. Es gelten ähnliche Einschränkungen wie für Literat, die zahlreichen Eingabe- und Verknüpfungsmöglichkeiten werden durch eine gewisse Unübersichtlichkeit erkauft, zumal die Programmierung als Filemaker-Datenbank der Gestaltung der Programmoberfläche enge Grenzen setzt.
    http://www.lit-link.ch (H-Soz-u-Kult-Rezension)
  • Visualcomposer: Bietet eine enge Integration von Internetrecherche und Datenverwaltung, sowie eine Aufgabenverwaltung.
    http://www.visualcomposer.net
  • Scholar’s Aid: Eine etwas eingeschränkte Freeware-Version ist erhältlich. Potentiell sehr mächtiges Arbeitsinstrument, dessen Bedienung jedoch einige Einarbeitungszeit erfordert.
    http://www.scholarsaid.com
  • Biblioscape: Unter dem Namen BiblioExpress ist auch hier eine kostenlose Version verfügbar.
    http://www.biblioscape.com/biblioexpress.htm
  • Für LaTeX: JabRef (http://jabref.sourceforge.net)