Quellen zur Vorlesung »Geschichte des Hellenismus«


Quellentexte zu:
3.2 Von Triparadeisos bis zum Frieden von 311

4. Plutarch, Eumenes. 13,4-6: »Ihrem Ehrgeiz und ihrer Herrschsucht gegenüber ... führte er die Religion (deisidaimonia) ins Spiel. Er behauptete, Alexander sei ihm im Traum erschienen und habe ihm ein königlich hergerichtetes Zelt und einen in ihm stehenden Thron gezeigt und dann gesagt, wenn sie dort Rat hielten und ihre Geschäfte führten, werde er selbst gegenwärtig sein und bei jeglichem Rat und jeglicher Tat mit zugreifen, die sie in seinem Namen begännen.«

5. Brief des Antigonos Monophthalmos über seinen Friedensschluß mit Kassandros, Lysimachos und Ptolemaios sowie Ehrenbeschluß der Stadt Skepsis für Antigonos aus dem Jahre 311 (OGIS 5+6 = RC 1 = HGIÜ II 276): »(A) ... Eifer haben wir an den Tag gelegt für der Hellenen Freiheit, wobei wir hierfür nicht geringe Zugeständnisse machten und besonders Geld zusätzlich aufwendeten (?); und hierüber haben wir abgesandt (5) zusammen mit Demarchos (?) den Aischylos. ... Nun haben Kassandros und (10) Ptolemaios sich über eine Kriegsbeendigung verständigt. Und zu uns sind gekommen Prepelaos und Aristodemos wegen dieser (Fragen), obwohl wir sahen, daß einiges, was Kassandros forderte, reichlich belastend war; da (andererseits) hinsichtlich der (Punkte) über die Hellenen Einverständnis herrschte, haben wir es für (15) notwendig gehalten darüber hinwegzusehen, damit das ganze Projekt so schnell wie möglich zu Ende gebracht werde, da wir es sehr gut gefunden hätten, wenn alles geregelt würde für die Hellenen, so wie wir es wünschten. Da sich dies aber in die Länge gezogen hätte, bei einem (20) Aufschub aber des öfteren viel Unerwartetes passiert, und wir unseren Ehrgeiz daran setzen, daß noch in unserer Zeit die Probleme mit den Hellenen geregelt werden, hielten wir es für erforderlich, daß nicht Detailfragen das Gelingen des Gesamtwerkes in Frage stellten. Mit welchem Eifer wir uns diesen Dingen gewidmet haben, (25) wird, glaube ich, deutlich werden auch euch und den anderen allen aus der Regelung selbst. Als wir die Vereinbarung mit Kassandros und Lysimachos abgeschlossen hatten, wozu sie den Prepelaos gesandt hatten mit Vollmacht, da schickte Ptolemaios zu (30) uns Gesandte mit dem Wunsch, daß auch mit ihm der Kampf beendet und dies in dasselbe Vertragsinstrument geschrieben werde. ... Indessen, in der Annahme, daß wenn auch mit ihm ein Abschluß erzielt wäre, mit Polyperchon (40) schneller eine Regelung gefunden würde, wenn niemand mehr in eidlichem Bündnis mit ihm stünde, und wegen der engen Beziehung, die uns mit ihm verbindet, und da wir zugleich sahen, daß ihr und die anderen Bundesgenossen belastet werdet durch den Krieg und die (damit verbundenen) (45) Ausgaben, hielten wir es für richtig, nachzugeben und auch mit ihm einen Vertrag über Kriegsbeendigung abzuschließen. ... Wisset nun, daß abgeschlossen ist der Vertrag und der Friede eingetreten. Wir haben aber in der Vereinbarung schriftlich festgesetzt, »schwören sollen die Hellenen alle, einander bewahren zu helfen (55) die Freiheit und die Autonomie«. ... Für die Zukunft aber, wenn eidlich verbunden seien die Hellenen alle und die an der (60) Macht Befindlichen, könne eher und sicherer den Hellenen die Freiheit bestehen. ... (65) Daher halte ich es für gut, daß ihr schwört den Eid, den wir geschickt haben. Wir werden versuchen, auch künftig zu verschaffen, was in unserer Macht steht an Vorteilhaftem für euch und für die anderen Hellenen. Hierüber schien es mir gut sowohl zu schreiben (70) als auch Akios zu senden, der mündlich berichten wird. Er bringt euch auch von der Vereinbarung, die wir getroffen haben, und vom Eid Abschriften. Lebt wohl!«
(B) ... hat er abgeschickt den Akios, der unserer Stadt in höchstem Maß gewogen ist und (ihr) die freundliche Gesinnung allzeit bewahrt, und er fordert auf, ihm aufzuzeigen, wessen die Stadt bedarf. Abgesandt (5) hat er auch die Vereinbarung, die mit Kassandros und Ptolemaios und Lysimachos er abgeschlossen hat, und von der Eiden Abschriften, und hinsichtlich des Friedens der Hellenen und ihrer Autonomie, was erreicht ist. (10) Beschluß des Volkes: Da Antigonos sowohl unserer Stadt wie auch den anderen Hellenen große Vorteile verschafft hat, soll gepriesen werden Antigonos und beglückwünscht wegen des Erreichten. Beglückwünschen soll (15) die Stadt auch die Hellenen, weil sie frei und autonom in Frieden künftig leben werden. Damit Antigonos geehrt werde würdig des Erreichten und sichtbar werde, daß das Volk Dank abstattet (20) für die Wohltaten, die es zuvor empfangen hat, soll man ihm abstecken ein Temenos und einen Altar setzen und ein (Götter-)Bild aufstellen, so schön wie möglich. Das Opfer und den Agon und das Kranztragen und das übrige Fest sollen ihm vollzogen werden (25) jedes Jahr, so wie es schon bisher vollzogen worden ist. Bekränzen soll man ihn mit goldenem Kranz (im Wert) von hundert Goldstateren. ... Kränze tragen sollen auch die Bürger alle. (35) ... Senden soll man auch ihm Gastgeschenke. Die Vereinbarung und die Briefe von Antigonos und die Eide, die er geschickt hat, soll man aufschreiben auf eine Stele, so wie Antigonos (40) geschrieben hat, und sie aufstellen im Heiligtum der Athena. ... Schwören sollen die Bürger allesamt den Eid, den zugesandten, so (45) wie Antigonos es geschrieben hat. Die Gewählten ...


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PD Dr. Gregor Weber, 15. Februar 1999