4. Plutarch, Eumenes. 13,4-6: »Ihrem Ehrgeiz und ihrer Herrschsucht gegenüber ... führte er die Religion (deisidaimonia) ins Spiel. Er behauptete, Alexander sei ihm im Traum erschienen und habe ihm ein königlich hergerichtetes Zelt und einen in ihm stehenden Thron gezeigt und dann gesagt, wenn sie dort Rat hielten und ihre Geschäfte führten, werde er selbst gegenwärtig sein und bei jeglichem Rat und jeglicher Tat mit zugreifen, die sie in seinem Namen begännen.«
5. Brief des Antigonos Monophthalmos über seinen Friedensschluß
mit Kassandros, Lysimachos und Ptolemaios sowie Ehrenbeschluß der
Stadt Skepsis für Antigonos aus dem Jahre 311 (OGIS 5+6 = RC 1 = HGIÜ
II 276): »(A) ... Eifer haben wir an den Tag gelegt für
der Hellenen Freiheit, wobei wir hierfür nicht geringe Zugeständnisse
machten und besonders Geld zusätzlich aufwendeten (?); und hierüber
haben wir abgesandt (5) zusammen mit Demarchos (?) den Aischylos. ... Nun
haben Kassandros und (10) Ptolemaios sich über eine Kriegsbeendigung
verständigt. Und zu uns sind gekommen Prepelaos und Aristodemos wegen
dieser (Fragen), obwohl wir sahen, daß einiges, was Kassandros forderte,
reichlich belastend war; da (andererseits) hinsichtlich der (Punkte) über
die Hellenen Einverständnis herrschte, haben wir es für (15)
notwendig gehalten darüber hinwegzusehen, damit das ganze Projekt
so schnell wie möglich zu Ende gebracht werde, da wir es sehr gut
gefunden hätten, wenn alles geregelt würde für die Hellenen,
so wie wir es wünschten. Da sich dies aber in die Länge gezogen
hätte, bei einem (20) Aufschub aber des öfteren viel Unerwartetes
passiert, und wir unseren Ehrgeiz daran setzen, daß noch in unserer
Zeit die Probleme mit den Hellenen geregelt werden, hielten wir es für
erforderlich, daß nicht Detailfragen das Gelingen des Gesamtwerkes
in Frage stellten. Mit welchem Eifer wir uns diesen Dingen gewidmet haben,
(25) wird, glaube ich, deutlich werden auch euch und den anderen allen
aus der Regelung selbst. Als wir die Vereinbarung mit Kassandros und Lysimachos
abgeschlossen hatten, wozu sie den Prepelaos gesandt hatten mit Vollmacht,
da schickte Ptolemaios zu (30) uns Gesandte mit dem Wunsch, daß auch
mit ihm der Kampf beendet und dies in dasselbe Vertragsinstrument geschrieben
werde. ... Indessen, in der Annahme, daß wenn auch mit ihm ein Abschluß
erzielt wäre, mit Polyperchon (40) schneller eine Regelung gefunden
würde, wenn niemand mehr in eidlichem Bündnis mit ihm stünde,
und wegen der engen Beziehung, die uns mit ihm verbindet, und da wir zugleich
sahen, daß ihr und die anderen Bundesgenossen belastet werdet durch
den Krieg und die (damit verbundenen) (45) Ausgaben, hielten wir es für
richtig, nachzugeben und auch mit ihm einen Vertrag über Kriegsbeendigung
abzuschließen. ... Wisset nun, daß abgeschlossen ist der Vertrag
und der Friede eingetreten. Wir haben aber in der Vereinbarung schriftlich
festgesetzt, »schwören sollen die Hellenen alle, einander bewahren
zu helfen (55) die Freiheit und die Autonomie«. ... Für die
Zukunft aber, wenn eidlich verbunden seien die Hellenen alle und die an
der (60) Macht Befindlichen, könne eher und sicherer den Hellenen
die Freiheit bestehen. ... (65) Daher halte ich es für gut, daß
ihr schwört den Eid, den wir geschickt haben. Wir werden versuchen,
auch künftig zu verschaffen, was in unserer Macht steht an Vorteilhaftem
für euch und für die anderen Hellenen. Hierüber schien es
mir gut sowohl zu schreiben (70) als auch Akios zu senden, der mündlich
berichten wird. Er bringt euch auch von der Vereinbarung, die wir getroffen
haben, und vom Eid Abschriften. Lebt wohl!«
(B) ... hat er abgeschickt den Akios, der unserer Stadt in höchstem
Maß gewogen ist und (ihr) die freundliche Gesinnung allzeit bewahrt,
und er fordert auf, ihm aufzuzeigen, wessen die Stadt bedarf. Abgesandt
(5) hat er auch die Vereinbarung, die mit Kassandros und Ptolemaios und
Lysimachos er abgeschlossen hat, und von der Eiden Abschriften, und hinsichtlich
des Friedens der Hellenen und ihrer Autonomie, was erreicht ist. (10) Beschluß
des Volkes: Da Antigonos sowohl unserer Stadt wie auch den anderen Hellenen
große Vorteile verschafft hat, soll gepriesen werden Antigonos und
beglückwünscht wegen des Erreichten. Beglückwünschen
soll (15) die Stadt auch die Hellenen, weil sie frei und autonom in Frieden
künftig leben werden. Damit Antigonos geehrt werde würdig des
Erreichten und sichtbar werde, daß das Volk Dank abstattet (20) für
die Wohltaten, die es zuvor empfangen hat, soll man ihm abstecken ein Temenos
und einen Altar setzen und ein (Götter-)Bild aufstellen, so schön
wie möglich. Das Opfer und den Agon und das Kranztragen und das übrige
Fest sollen ihm vollzogen werden (25) jedes Jahr, so wie es schon bisher
vollzogen worden ist. Bekränzen soll man ihn mit goldenem Kranz (im
Wert) von hundert Goldstateren. ... Kränze tragen sollen auch die
Bürger alle. (35) ... Senden soll man auch ihm Gastgeschenke. Die
Vereinbarung und die Briefe von Antigonos und die Eide, die er geschickt
hat, soll man aufschreiben auf eine Stele, so wie Antigonos (40) geschrieben
hat, und sie aufstellen im Heiligtum der Athena. ... Schwören sollen
die Bürger allesamt den Eid, den zugesandten, so (45) wie Antigonos
es geschrieben hat. Die Gewählten ...