Quellen zur Vorlesung »Geschichte des Hellenismus«


Quellentexte zu:
3.7 Vom Ende des Chremonideischen Krieges bis zum Laodikekrieg (261-241)

18. Reise der Prinzessin Berenike, Tochter Ptolemaios' II., nach Syrien, 13. April 252 (P. Cair. Zen. II 59251 = SB 6748): »Artemidoros an Zenon, Grüße. Wenn es Dir gut geht, wäre es ausgezeichnet. Auch mir selbst geht es gut, und Apollonios ist in guter Verfassung, und die anderen Dinge sind zur Zufriedenheit. Wenn ich Dir schreibe, sind wir gerade in Sidon angekommen, nachdem wir die Königin bis zur Grenze eskortiert hatten, und ich gehe davon aus, bald bei Dir zu sein. Du würdest mir einen großen Gefallen erweisen, wenn Du auf Dich achtgibst, damit Du gesund bleibst, und wenn Du mir schreibst, ob Du irgend etwas möchtest, was ich für Dich tun kann. Es wäre schön, wenn Du mir, so daß ich es habe, wenn ich da bin, kaufst drei metretai vom besten Honig und 600 artabai Gerste für das Vieh, (5) indem du den Preis dafür vom Sesam- und Rizinusöl gibst, und wenn Du Dich um mein Haus in Philadelpheia kümmerst, damit ich es gedeckt vorfinde, wenn ich ankomme. Versuche auch, möglichst gut auf die Ochsen, Schweine, Gänse und den Rest hier aufzupassen. Denn so wird eher das Nötige da sein. Und was die Feldfrüchte angeht, kümmere Dich darum, daß sie auf irgendeine Weise geerntet werden. Und wenn irgendwelche Aufwendungen (10) nötig sind, zögere nicht, das Notwendige zu bezahlen. Lebe wohl! Jahr 33, eingeschobener (Monat) Peritios 6. (Adressiert) an Zenon. Nach Philadelpheia. (Aktenvermerk) Jahr 33, (Monat) Phamenoth 6. Artemidoros.«

19. Königliche Korrespondenz über Landzuweisungen durch Antiochos II. an die geschiedene Königin Laodike, Didyma 254/53 (OGIS 225 + RC 18-20 = IDidyma 492 = HGIÜ II 335): (B) (17) »Im (Monat) Daisios. König Antiochos (II.) sendet dem Metrophanes seinen Gruß. Verkauft haben wir an Laodike Pannukome und das Herrenhaus und das zum Dorf gehörende Land, begrenzt durch das Land von Zeleia und von Kyzikos (20) und den alten Weg, der oberhalb von Pannukome verlief, aber von den benachbarten Bauern umgepflügt worden ist, um sich das Gelände anzueignen ... und Siedlungen, falls welche auf dieses Land entfallen, und die dort lebenden Leute mit ihrem ganzen (25) Haushalt und ihrem ganzen Besitz sowie mit den Einkünften des 59. Jahrs, zum Preis von 30 Silber-Talenten ... mit der Maßgabe, daß sie keine Abgaben an den Staatsschatz zu entrichten hat und berechtigt ist, (30) (ihr Land) an eine Stadt ihrer Wahl anzuschließen.«

20. Brief des ptolemäischen Ministers Tlepolemos an die karische Stadt Kildara, 246 (W. Blümel, EA 20, 1992, 127-133): »Tlepolemos grüßt den Demos der Killareer. Zu uns kamen die Gesandten Iatrokles, Uliades, Pindaros und Ischyrias, händigten mir den Beschluß des Volkes und die Gastgeschenke aus und erläuterten dann im persönlichen Gespräch ... [ihren Auftrag, wie er im Beschluß festgelegt worden ist o.ä.]. Wir aber sind zu der Erkenntnis gekommen, daß ihr euch in guter Gesinnung der Macht des Königs Ptolemaios und seiner Schwester, der Königin Berenike, und des Königs Antiochos, des Sohnes des Königs Antiochos (II.) und der Königin Berenike angeschlossen habt, und haben die Gesandten mit freundlichem Entgegenkommen empfangen. Und was ihr auch an Forderungen stelltet ...«

21. Bericht über den 3. Syrischen Krieg, ca. 246 (P. Petr. II 45 u. III 144 = WChr 1 = FGrHist 160): col. II: »Früh am Morgen lichteten wir die Anker und kamen in Seleukeia an. Die Priester, die Archonten und die anderen Bürger, die Kommandanten und die Soldaten, alle bekränzt, kamen zum Hafen, um uns zu begegnen.« col. III: » ... Danach nach Antiocheia ... solche Vorbereitungen ... daß wir erstaunt waren. Denn sie kamen, um uns zu begegnen, außerhalb des Tores, die Satrapen, die anderen Kommandanten, die Soldaten, die Priester, die Archonten und alle die jungen Männer vom Gymnasion und das ganze Volk ... bekränzt, und alles Opfergerät brachten zur Straße gegenüber dem Tor. Und die einen grüßten uns per Handschlag, die anderen grüßten uns mit Applaus und Geschrei ...« col. IV: »... und als die Sonne gerade unterging, gingen wir sofort zur Schwester, und danach waren wir mit Geschäften befaßt, gaben Audienz den Kommandanten, Soldaten und anderen von dort und berieten über alles. ...«

22. Adulis-Inschrift von Ptolemaios III., ca. 246 (OGIS 54): »König Ptolemaios (III.), Sohn von König Ptolemaios (II.) und Königin Arsinoe, den Geschwister-Göttern, Kinder von König Ptolemaios (I.) und Königin Berenike, den Retter-Göttern, abstammend von Vaters Seite von Herakles, dem Sohn des Zeus, und von Mutters Seite von Dionysos, Sohn des Zeus, übernahm von seinem Vater das Königreich Ägypten, Libyen, Syrien, Phönikien, Zypern, Lykien, Karien und die Kykladen, und fiel nach Asia ein mit einer Streitmacht von Fußtruppen und Reitern, einer Flotte und Elephanten von den Troglodyten und aus Äthiopien, die sie nach Ägypten brachten und für den Gebrauch im Krieg trainierten. Nachdem er gesichert hatte das ganze Territorium innerhalb (d.h. westlich) des Euphrats und von Kilikien, Pamphylien, Ionien, den Hellespont, Thrakien, ebenso alle Streitkräfte in diesen Gebieten und die indischen Elephanten, und nachdem er alle Herrscher in den Provinzen sich untertan gemacht hatte, überschritt er den Fluß Euphrat, und nachdem er unterworfen hatte Mesopotamien, Babylonien, Susiane, Persis, Medien und das ganze übrige Territorium bis Baktrien, und nachdem er ausfindig gemacht hatte all die heiligen Gegenstände, die von den Persern aus Ägypten entfernt worden waren, und sie zurückgebracht hatte nach Ägypten zusammen mit dem Rest des Schatzes aus den Provinzen, sandte er seine Truppen über die Kanäle ... (Rest verloren).«


Zurück zur Gliederung


PD Dr. Gregor Weber, 15. Februar 1999